Nov 7
Britney Spears in Lissabon
icon1 lisbonblogger | icon2 Lissabon | icon4 11 7th, 2011| icon31 Comment »

Britney Spears würde sich sicher wünschen dass die Enzyklopädien eines Tages, bei der Betrachtung der kommerziellsten Seite der Massenkultur des ersten Jahrzehnts des XXI Jahrhunderts, ihre enigmatische Figur als verlorenes Bindeglied zwischen Madonna und Lady Gaga beschreiben werden. So wie man in der ersten Hälfte der neunziger Jahre Zeuge eines merkwürdigen Phänomens wurde aufgrund dessen eine Reihe von Gruppen der alternativen oder Independent Musikszene, die zu Anfang durch Nirvana angeführt wurden, es geschafft haben die Hitlisten zu regieren. Die darauf folgenden Ernüchterung, dessen Anfang durch den Selbstmord von Kurt Cobain auf gewissen Weise tragisch inszeniert wurde, war so groß dass eine ungeheure Leere zurück blieb, die schnell durch eine Art von Musik und Kultur ausgefüllt wurde, welche radikal anders war und trotzdem unendlich gradliniger und angemessener schien in ihrer alarmierenden Leere von Inhalten und Formen.

britney <b>spears</b> lissabon

Somit war das Gefühl von Betrug und Inanspruchnahme durch die dunkleren Triebkräfte der Gesellschaft des Spektakels etwas, was geistreiche Gruppen wie die genannten Nirvana, Pulp (dessen korrosiven, beißenden und subversiven Texte und Inszenierungen in England plötzlich durch hunderttausende von snobistischen und reaktionären Jugendlichen begeistert aufgenommen wurden und sie damit, genau so wie es mit Blur passierte, in ein Aushängeschild eines neuen exaltierten Patriotismus machte, der trunken war von Bier und Designerdrogen) oder Radiohead (die Platten produzierten, welche jedes Mal düsterer und schwerer zugänglich wurden und ihnen halfen, den Ballast durch die Millionen neuer Fans abzuschütteln, welche sie unverständlicherweise durch den melancholischen und verzweifelt futuristischen Existenzialismus von O.K. Computer erzielten) akut zu spüren bekamen, um nur einige repräsentative Namen zu nennen.

Das Unbehagen, der Zorn, das Abseits, der Existenzialismus, die Aufruhr, die Avantgarde, sogar ein gewisser Situationismus wurden kooptiert und direkt zu Produkten eines massiven Vertriebs gemacht der einher ging mit einer belanglosen Verschwendung von Bands, die sich gemäß der neuen und inhaltslosen Etiketten verkaufen ließen. Parallel zu einem schwindelerregenden Aufstieg von Rechten Ideologien wurde der Weg zweckmäßig trivialisiert für den kommerziellen Erfolg von entkoffeinierten und jegliche Schärfe einbüßenden Angeboten, welche sich Coldplay nannten (die musikalisch gesehen gewisse Ansprüche hatten) oder Britney Spears, die noch bevor sie die Volljährigkeit erreicht hatte in einen der schillerndsten und erfolgreichsten Medienstars verwandelt wurde.

Trotz der Heerscharen von überzeugten Gegnern gab es von Anfang an etwas Faszinierendes an Britney Spears, die am 9. November im Pavilhão Atlântico von Lissabon auftreten wird (http://www.pavilhaoatlantico.pt/vPT/Agenda/Agenda/Pages/evento.aspx?eventoID=1179). Ohne einen im konventionellen Sinne sexy Körper zu besitzen oder mit einem wunderschönen Gesicht zu strahlen, ohne große Songs gemacht zu haben oder überzeugend zu singen (auf der Mehrheit ihrer Konzerte ist ihre robotisierte und seelenlose Stimme ein Produkt des Playback), ohne die Grenzen des moralisch Zulässigen herauszufordern (ihre Deklarationen, als Jungfrau in die Ehe zu gehen, sind allseits bekannt) und abgesehen davon, dass sie mit ihren 29 Jahren heute grundlegend die selbe substanzlose Musik eines Teenagers mit fehlendem Innenleben macht, sind ihre Plattenverkäufe weiterhin stratosphärisch und brechen immer noch alle Rekorde.

 

 

 

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Es gibt ohne Zweifel etwas Unerklärliches und schwer Definierbares das sie zu einer der größten Ikonen unsere Epoche macht. Etwas, das auf gewisse Weise vielleicht mit ihrem Talent zu tun hat, sich während des vergangenen Jahrzehnts in ein repräsentatives Symbol der vorherrschenden Werte des Westens verwandelt zu haben. Vielleicht interessiert es Sie, wenn Sie im November appartments in Lissabon mietet, persönlich hinter dieses erstaunliche Geheimnis zu gelangen.

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Grete Tal Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Grete Tal
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Oct 27

“Ich bin Nichts / Ich werde nie etwas sein / Ich kann Nichts sein wollen / Abgesehen davon trage ich in mir alle Träume der Welt”. Auf diese unvergessliche Weise beginnt Tabacaria (auf deutsch: Tabakladen), das berühmte achtseitige Gedicht welches wir Alvaro de Campos verdanken, jenem Schiffsingenieur der am 15. Oktober 1890 um ein Uhr dreißig Nachmittags in Tavira geboren wurde und seine universitäre Ausbildung in Glasgow erhielt. Er war gerade arbeitslos in Lissabon als Ricardo Reis, genau wie Campos eines der bekannten Heteronyme von Fernando Pessoa, einen kleinen und ausschlaggebenden Text mit dem Titel El Arte de Alvaro de Campos als Einführung zu einer Sammlung seiner Gedichte schrieb, welcher einen markanten Platz in der Galerie der berühmten Erscheinungen der Lyrik des XX Jahrhunderts einnimmt.

tabaqueria <b>alvaro</b> de campos

Von Campos wissen wir, dass er sehr groß war für seine Welt, dass er Latein lernte bei einem Onkel der Priester in Beira war, dass er einmal während seiner Ferien den Orient bereiste und dass aus dieser Reise ein langes Gedicht entstand welches unter dem Titel Opiario in der Zeitschrift Orpheu veröffentlicht wurde, dass er ein Monokel trug, dass er einen Tendenz besaß gebückt zu laufen, dass seine Vorfahren mit aller Wahrscheinlichkeit Sepharden waren.

Und dass er uns eine Reihe an wundervollen Gedichten hinterließ, in denen er uns mitreißt ohne das wir dies verhindern könnten, ohne dass wir auch nur ein wenig diese unbezähmbare emotionale Stärke Whitmanschen Ursprungs von futuristischer Tendenz mildern könnten (“ein Überfließen von Emotionen” nannte sie Reis in seinem bekannten und auf seine Art auch äußerst bewegenden und giftigen Prolog, denn für ihn war es unzureichend poetisch dass die Idee, anstatt vorzuherrschen, den Emotionen dienen würde – tatsächlich beschuldigt er De Campo ganz offen anstatt wahrer Verse zwar durchaus majestätische, aber rhythmische Prosa zu schreiben) die von einigen dieser modernen technischen Wunder und imposanten Stücke an Maschinerie zu stammen scheinen die ihn überaus faszinierten, und hinter der sich oft wie der authentische Motor von all dieser unaufhaltsamen Dynamik, eine tiefe Saudade, eine profunde Nostalgie zu verstecken scheint, von der man nicht genau weiß, was genau sie langsam auf seinen innersten Grund einschrieb, eine elegante und unmögliche Melancholie, die wie keine andere Sache das Herz von Lissabon artikuliert und welche ihn, aufgrund seiner speziellen Verfassung und seelischer Disposition, bei mehr als einer Gelegenheit dem Selbstmord nahe gebracht zu haben scheint.

In nur wenigen Gedichten drückt sich auf so klare Weise wie im erwähnten Tabacaria seine unnachahmliche Stimme aus, Parlament einer Figur, welche die Tür des Tabakladens von dem Fenster ihres Raumes aus beobachtet und schmerzlich wahrnimmt, dass der Raum zwischen beiden (in welchem auf gewisse Weise nicht nur die vorbeilaufenden Personen sondern die gesamte Stadt vorbeizieht und in ihrer sinnlicheren Eigenschaft, die Welt selber) abgesehen davon, sich sehr verbunden mit ihm zu fühlen und durch Bänder der Loyalität gezwungenermaßen auch mit dem Tabakladen, auf fatale Weise unrettbar und hoffnungslos erscheint. Trotzdem kann er nicht aufhören die Verse des Gedichtes zu schreiben wie ein wunderschöner und trauriger „gespaltener Portikus hin zum Unmöglichen“.

 

 

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Wenn Sie appartments in Lissabon mieten dann sehen Sie vielleicht selbst, dass die Stadt ein bisschen so funktioniert. Ein trauriger und wunderschöner Portikus hin zum Unmöglichen wo man vielleicht raucht um sich zwischen Mäandern, die ihre eigenen Wege bilden, „das Wissen darüber anzueignen, dass die Metaphysik eine Konsequenz davon ist, sich unwohl zu fühlen“.

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Grete Tal Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Grete Tal
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Oct 21

In einer alten Fernsehdokumentation erinnerte sich der bereits neunzigjährige Máximo Francisco Repilado Muñoz, besser bekannt unter dem Namen Compay Segundo, einer der größten Musiker und Komponisten Kubas des vergangenen Jahrhunderts, während er eine Zigarre auf der Veranda seines Hauses in Havanna rauchte, wie er damals mit dem Rauchen angefangen hatte. Er musste wohl etwa sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein – das Gedächtnis untersteht allerdings der Macht der Fantasie, und hierbei ging es um zwei Erinnerungen, eine des Musikers und eine der Person, die hier und jetzt die Geschichte erzählte – und pflegte sozusagen auf verführerische und karibisch proustianische Art, auf Wunsch seiner Großmutter deren Zigarren anzuzünden, eine ehemalige Sklavin, die jedoch als freie und über einhundert Jahre alte Frau starb.

lissabon <b>zigarrenrauch</b> havana

Es lässt sich nicht ausschließen, dass die Namen jener Zigarren darauf ausgerichtet waren, sie noch tiefer in das neblige und rauchige Gebiet der Literatur einzuführen. Und so wie Alberto Manguel in seinem großartigen Buch „Una historia de la lectura” (dt. “Eine Geschichte des Lesens”) erzählt, nahm die Förderung der Kultur anhand des Lesens unter den sozialen Initiativen, die von den ersten kubanischen Gewerkschaften der Zigarrenherstellung Mitte des 19. Jahrhunderts ergriffen wurden, eine wichtige Rolle ein. Zu diesem Zweck gründete der Zigarrenhersteller und Poet Saturnino Martínez im Jahre 1865 die Zeitung „La Aurora“, die sowohl zahlreiche, die Arbeitsbedingungen anklagende Artikel enthielt, wie auch Buchbesprechungen, Übersetzungen sowie literarische Texte und wissenschaftliche Schriften.

Um die erste Hürde für die erfolgreiche Publizierung zu nehmen, nämlich die Tatsache, dass zu damaligen Zeiten weniger als 15 % der kubanischen Arbeiter lesen konnten, hatte Martínez die Idee, einen neuen Arbeitsplatz zu schaffen, den des Vorlesers. Dessen Lohn wurde von allen Fabrikarbeitern gemeinsam gezahlt, damit er während der Schicht laut aus der „La Aurora“, aber auch aus einer Reihe von Büchern vorlas. Natürlich dauerte es nicht lange, bis die spanische Autorität, die in solchen Aktivitäten einen möglichen umstürzlerischen Inhalt mutmaßte, das Vorlesen verbot, was jedoch nicht verhindern konnte, dass es an vielen Orten weiterhin heimlich geschah. Wir wissen nicht, ob eine jener Zigarren, die der junge Compay Segundo damals in Combray (Verzeihung, in Siboney oder Santiago) für seine Großmutter anzündete – vielleicht war sie ja eine der Arbeiterinnen einer Zigarrenfabrik, die dem Vorleser lauschten, während ihre Hände den Tabak rollten – womöglich mal eine Montecristo war. Was wir allerdings wissen, ist, dass der Name dieser berühmten Havannazigarre, auch heute noch eine der weltweit am meisten verkauften Marken, von der großartigen Novelle Dumas´ inspiriert wurde, den die Arbeiter noch kurz vor seinem Tod im Jahre 1870 in einem Schreiben um seine Erlaubnis dafür baten.

Als Compay in der Dokumentation gefragt wurde, wie er in seinem fortgeschrittenen Alter noch rauchen könne, wo doch der Tabak so schlecht für seine Gesundheit sei, antwortete dieser mit seinem hinreißenden Lächeln: „Nicht der Tabak bringt uns um, meine Liebe, was uns tötet, ist die Eile und der Stress“.

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Wenn Sie appartments in Lissabon mieten, einer Stadt, die nicht umsonst in Richtung Havanna blickt und Inspiration für das berühmte Gedicht „Tabacaría“ von Álvaro de Campos war, werden Sie feststellen, dass es mit oder ohne Tabak wenig Städte in Europa gibt, die sich derart ideal für ein Leben ohne Stress und Eile eignen.

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Jule Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Jule
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Oct 14

Das Chiado Museum präsentiert bis zum 22. Januar 2012 die Retrospektive „30 Jahre des AICA/MC Preises der Bildenden Künste. Eine Lektüre der Kunst Portugals“, die das Werk wichtiger Künstler zeigt, die in den letzten Jahren an den Ausstellungen teilgenommen haben, die vom Gremium für diesen preis zusammengestellt wurden.

aicam lissabon

Diese Ausstellung eröffnet somit eine Debatte über den symbolischen Wert des Preises und die Rolle der Internationalen Assoziation der Kunstkritiker im Rahmen der Geschichte der zeitgenössischen Kunst Portugals. Die Idee dahinter ist eine kritische Aufbereitung jenes Prozesses zu bieten, der in 30 Jahren die Gesellschaft verändert hat.

Unter den bekanntesten Werken befindet sich das Ouvre von Joaquim Rodrigo Cardoso.  Diese Figur, die sich erst in späten Jahren in die Kunst einmischte, ist einer der wichtigsten Maler Portugals der geometrischen Strömung. Er wurde 1912 geboren und stellte 1949 erstmalig aus. Zu Beginn der 50er Jahre macht er eine Reise durch viele Länder Europas und lernt so neue Kunstströmungen kennen, die in seiner Arbeit einen Übergang hin zur Abstraktion markieren. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre weist seine Malerei die Zeichen der geometrischen Strömung auf, die viele Künstler seines Landes beeinflussen sollte.

Ein weiterer Autor, der in dieser Ausstellung zu sehen sein wird ist José Pedro Croft, ein zeitgenössischer Künstler Portugals, der auch international bekannt ist. Seine Arbeit reicht von Konzeptkunst, über Minimalismus und Arte Povera, obwohl er sich gegen eine endgültige Zuschreibung und Einordnung wehrt.

Aber auch die Fotografin Helena Almeida ist in der Ausstellung vertreten. Almeida gehört ebenfalls zur Riege portugiesischer Künstler mit internationalem Caché. Ihre komplexe Arbeit beginnt mit der Kreation von Skizzen. Immer ist sie auf den Fotos zu sehen, die von ihrem Mann geschossen werden, und die sie später weiterbearbeitet. Almeida begann ihre Arbeit in den 60ern, als der Body-Art aufkam.

Eine interessante Retrospektive, die die kulturellen Veränderungen dieses Landes vor Augen führen, so wie eine neue Sichtweise über die Kunst.

Mehr Information unter: http://www.museudochiado-ipmuseus.pt/en/node/1144

 

Nancy Guzman Only-apartments AuthorNancy Guzman

Eine gute Zeit, wenn du beschließt, appartments in Lissabon zu mieten, da es nichts Schöneres gibt, als die romantischen Herbstnachmittage in dieser wunderschönen Stadt zu erleben, um danach dem Chiado Museum einen ausgedehnten Besuch abzustatten.

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Heloise Battista Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Heloise Battista
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Oct 7
João Penalva in Lissabon
icon1 lisbonblogger | icon2 Lissabon | icon4 10 7th, 2011| icon31 Comment »

Noch bis zum 9. Oktober präsentiert die Stiftung Calouste Gulbenkian in ihrem Zentrum für Moderne Kunst in Lissabon eine beeindruckende monographische Retrospektive des zeitgenössischen Künstlers João Penalva aus Portugal. Die bisher größte Ausstellung über das Werk Penalvas beschreibt die interessanten Facetten seines Schaffens auf verschiedenen Trägermedien, wie Malerei, Film oder auch Installationen.

joao <b>penalva</b> lissabon

Die von Isabel Carlos kuratierte Exposition beschäftigt sich mit zwei Etappen von Penalvas Karriere. Auf der einen Seite die 90er Jahre, in denen er sich hauptsächlich der Malerei widmete, und auf der anderen seine aktuellen audiovisuellen Werken. Penalva wirkte aktiv beim Aufbau der Ausstellung mit, indem er die Raumaufteilung des Saales neu designte, um sein Werk inhaltlich treffend zu präsentieren und dem Betrachter den Leitfaden dieser visuellen Arbeit mit dem Titel „Text und Bild“ leichter zugänglich zu machen.

Penalva studiert die Wirkung der Kunst auf das Publikum anhand des Theaters, Designs und des visuellen Bildes. Zu diesem Zweck setzt er voraus, dass die Wahrnehmung geprägt ist vom Lesen und dem Prozess der Ver- und Entschlüsselung, zu der jeder Betrachter ausgehend von seinem eigenen Bewusstsein und seiner Umgebung mit Hilfe seiner Sinne fähig ist. In der Kunst dagegen ist diese Wahrnehmung beeinflusst von der rationalen Sichtweise der Objekte und wie wir diese visuell einfangen. Aus diesem Grund handelt es sich hierbei um eine bedeutende und von Gefühlen gesteuerte Interpretation.

Diese Idee der Wahrnehmung, die heute von verschiedenen Fachrichtungen untersucht wird, sorgt auch in der Kunst für permanente Uneinigkeit, denn der Künstler bringt seine eigenen Wahrnehmungen zum Ausdruck und in diesem Hinblick ist nicht das Objekt an sich ausschlaggebend für die Wirkung des Kunstwerkes, sondern die eigene Einstellung gegenüber des Objektes.

Daher sind Penalvas visuelle Arbeiten der Schlüssel, um seine komplexe Sichtweise der Kunst und deren Wirkung auf den Betrachter auszudrücken. Von diesem Blickpunkt gesehen waren seine Studien im Theater, der Fotografie und all der anderen Ausdrucksformen der Kunst grundlegende Erfahrungen für den Reifeprozess seines Schaffens.

João Penalva wurde 1949 in Lissabon geboren. Er machte sein Staatsexamen sowie einen Master in Schönen Künsten an der Chelsea School of Arts von London, wo er ab 1976 lebte. Seine Werke auf dem Gebiet der Installationen und Videokunst wurden von den anspruchvollsten Kritikern hoch gelobt und haben ihm zu seinem Ruf als wichtigster portugiesischer zeitgenössischer Künstler des 21. Jahrhunderts verholfen.

Seine Werke wurden in verschiedenen Städten wie Lissabon und München ausgestellt, sowie auf den Biennalen von Venedig, Berlin und Sydney. Heute sind seine Arbeiten Teil der Sammlungen verschiedener Museen wie dem Museo do Chiado, dem Galizischen Zentrum für zeitgenössische Kunst, der Arts Council Collection von Großbritannien und dem Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxemburg, um nur einige zu nennen.

Für mehr Informationen http://www.gulbenkian.pt/index.php?article=3217&langId=1&format=404

 

Nancy Guzman Only-apartments AuthorNancy Guzman

Wenn Sie einige Tage in appartments in Lissabon verbringen, besuchen Sie das Zentrum für Moderne Kunst der Stiftung Calouste Gulbenkian und genießen Sie die Werke dieses großartigen Künstlers. Anschließend gönnen Sie sich ein gutes Glas Wein, bei dem Sie sich über ihre Eindrücke unterhalten können.

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Jule Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Jule
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Oct 4
Das Stundenbuch des Dom Manuel
icon1 lisbonblogger | icon2 Lissabon | icon4 10 4th, 2011| icon31 Comment »

Wir wollen an dieser Stelle keine Abhandlung über die Bibliophilie schreiben (der Zweig der Bildung, welcher sich mit schönen, einzigartigen, seltenen oder unglaublichen Büchern beschäftigt), allerdings möchten wir es nicht versäumen, den Besuchern Lissabons zu empfehlen, das Museu Nacional de Arte Antiga aufzusuchen und das Stundenbuch von (so wird angenommen) Dom Manuel zu bestaunen. Die nicht auf dem Bereich der Bibliophilie versierten Leser werden sich an dieser Stelle fragen, was ein Stundenbuch ist. Also fangen wir am Besten am Anfang an.

libro horas don manuel lisboa

Obgleich Gutenberg den Buchdruck um das Jahr 1450 erfand, stand dieses neue Werkzeug in den bedeutendsten europäischen Städten (in Amerika beschäftigte man sich mit anderen Angelegenheiten) nicht vor Ende des 15. Jahrhunderts zur Verfügung. Bis zu jener Zeit wurden alle Bücher per Hand geschrieben und etwaige Kopien ebenfalls handschriftlich erstellt. Wegen der hohen Herstellungskosten galten Bücher als ein kostbares, geschätztes und wertvolles Gut. Wenn sie darüber hinaus noch Illuminationen oder Zeichnungen enthielten (selbstverständlich von Hand und mit wertvollen Materialien wie Lapislazuli, Silber oder Gold gefertigt), so wurden Bücher zu einem Schatz, der lediglich Königshäusern und dem hohen Adel (auch der niedere Adel konnte sich einen solchen Luxus nicht leisten) zugänglich war.

Der Gebrauch der Stundenbücher begann um die Jahre 1400 bis 1550, das heißt, als der Buchdruck bereits existierte, was sich jedoch ganz einfach damit erklären lässt, dass in jener Epoche ein beträchtlicher Reichtum herrschte und diese Bücher weniger als ein schlichtes Bildungsmedium, sondern viel mehr als Kunstwerke angesehen wurden. Die Illuminationen wurden für gewöhnlich von einem bekannten Künstler der jeweiligen Epoche angefertigt, wenn dessen Name uns heute auch nicht bekannt ist. Die Stundenbücher waren Gebetbücher, die die wichtigsten Tagesgebete enthielten. Sie hatten in etwa die gleiche Größe wie die heutigen Romane, besaßen einen schönen Einband und für gewöhnlich einen, mit dem Wappen des Eigentümers bestickten Samtumschlag und waren mit einer Kordel zum Tragen bestückt (ähnlich der heutigen Handy-Tragebänder). Berühmte Exemplare für Stundenbücher sind beispielsweise die von Isabella der Katholischen oder des Herzogs de Berry, selbstverständlich ist jedes einzelne ein Unikat.

Das Stundenbuch von Dom Manuel, welches in Lissabon zu sehen ist, war Eigentum der portugiesischen Königsfamilie. Obwohl es keine Signatur trägt, so lässt sich anhand der Ausfertigung doch einer der bedeutendsten portugiesischen Miniaturmaler der damaligen Zeit wieder erkennen: Antonio de Holanda. Das Jahr seiner Herstellung ist zwar nicht bekannt, wird jedoch auf einen Zeitraum von 1517 bis 1538 geschätzt. Manche Forscher datieren das Werk auf 1521, als sein Eigentümer, der damalige Dom Manuel I von Portugal (genannt „der Glückliche“) bereits verstorben war. Deshalb nimmt man an, dass es sich dabei um ein von dessen Sohn Johann III (genannt „der Fromme“) zu Ehren seines Vaters in Auftrag gegebenes Werk handelt. Wer auch immer der Eigentümer dieses großartigen Buches war, dürfte sich sehr an der makellosen Kalligraphie und den wunderschönen Illuminationen in Tempera und Gold erfreut haben. Heute kann es von jedem „Normalsterblichen“, der die schöne Stadt Lissabon bereist, bewundert werden.

Candela Vizcaíno Only-apartments AuthorCandela Vizcaíno

Wenn Sie aus einem der wunderschönen appartments in Lissabon in Richtung Museu Nacional de Arte Antiga spazieren, verpassen Sie es nicht, die großartige Tradition der Bibliophilie zu ehren und schauen Sie sich das Stundenbuch von Dom Manuel I an.

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Jule Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Jule
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Sep 28

Das Museum für Zeitgenössische Kunst Chiado in Lissabon stellt bis zum 5. Oktober „Portugiesische Kunst des 20. Jahrhunderts (1910-1960) aus. In dieser Ausstellung, die von Adelaida Ginga kuratiert wurde, sticht das Werk von jenen Künstlern hervor, die die portugiesische Avantgarde darstellten und ist Teil einer Ausstellugnstrilogie, die das Museum organisiert hat, um seinen 100jährigen Geburtstag zu feiern.

kunst <b>chiado</b> <b>museum</b> lissabon

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts hat Portugal die Träume der republikanischen Freiheit und der Revolution als eine nahe Zukunft erlebt, bis zu dem Punkt, dass ab diesen Utopien interessante künstlerische Avantgarden entstanden sind, die den politischen Prozess dynamisiert haben, der sich mit der Diktatur von Antonio de Oliveira Salazar 1926 eine Etappe der Freiheit beschließt.

In den 40er Jahren führte diese Freiheitsberaubung zur Rebellion und zu sozialen Protesten,  und damit einhergehend auch die Unterdrückung von gegnerischen politischen Bewegungen, den Gewerkschaften und den Intellektuellen. Diese Situation hat die Künstler aufgerüttelt, die mittels ihrer Arbeit jenem politischen Moment Ausdruck verliehen.

Unter den ausgestellten Werken befindet sich die von Amadeo de Sousa Cardoso. Obwohl Cardoso 1918 an der Spanischen Grippe starb, war er einer der Hauptpromotoren der Avantgarde und der portugiesischen Moderne. Sein fantastisches Werk nimmt Elemente des Expressionismus, sowie des Impressionismus und des Kubismus; weigert sich aber gleichzeitig sich auch einer bestimmten Bewegung anzuschließen. Gegen Ende seines Lebens experimentierte er mit der Abstraktion, so wie neuen Repräsentationsformen, wie Collagen und Werke auf unkonventionellen Medien.

Das Werk „Revolte der Puppen“, von Eduardo Viana ist eine der repräsentativsten Gemälde des portugiesischen Postimpressionismus und weist einen starken Einfluss von Robert Delaunay auf Viana auf, der sich aus der Freundschaft beider Künstler ergab. Viana, neben Sousa Cardoso und Negreiros Almada markieren den Beginn der modernen Malerei in Portugal.

Der herausragendste Expressionist Portugals, Mario Eloy ist ebenfalls mit „Selbstporträt“ vertreten. Sein Stil wurde von Picasso und Carl Hofer beeinflusst. Gegen Ende seiner Laufbahn aber führt er mit seinem Werk „Begräbnis“ den Surrealismus in die portugiesische Malerei ein.

Unter den Werken jüngerer Künstler befinden sich „Gadanheiro“ von Julio Pomar, Vertreter des portugiesischen Neorealismus der 40er und 50er Jahre. Sowie die Skulpturen „Adam und Eva“ von Ernesto Canto de Maia, und das Ölgemälde „Vegetarisches Fleisch“ von Marcelino Vespeira.

Auch der moderne Blick der Fotografie konnte in dieser Ausstellung über zeitgenössische Kunst nicht fehln, und nichts Besseres als das Werk von Fernando Lemos,  der mit seiner arbeit „Eus“ das Leben im Untergrund während der Diktaturzeit von Antonio de Oliveira Salazar porträtiert.

Mehr Information unter: http://www.museudochiado-ipmuseus.pt/en/node/1058

 

Nancy Guzman Only-apartments AuthorNancy Guzman

Keine bessere Gelegenheit als diese, um mehr über die Kunstgeschichte und Geschichte Portugals zu erfahren, wie diese Ausstellung. Wenn du einige Tage in appartments in Lissabon mietest, dann solltest du auf keinen Fall die größten Werke Portugals verpassen.

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Heloise Battista Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Heloise Battista
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Sep 23

Der Bau der Kirche begann 1779 und wurde vom König Peter III in Auftrag gegeben, um das Versprechen einzulösen, dass er seiner Frau Dona Maria I gemacht hatte, nachdem diese seine Kinder geboren hatte. Die Konstruktion dieses berühmten Monumentes stand unter der Supervision einiger berühmter Architekten dieses Jahrzehnts wie beispielsweise Manuel Reynaldo und Mateus Vicente. Die Basilika wurde an einem Ende Lissabons errichtet – weit weg von den Menschenmassen und den Armenvierteln der Stadt.

basilica estrella lisboa

Die Kirche steht auf einem Hügel im Osten Lissabons und besitzt einen wunderschönen Dom. Das Gebäude besitzt auch zwei große Glockentürme, die mit Heiligenstatuen dekoriert sind. Das Interieur ist sehr geräumig und hell.

Die Kirche wurde mit grünen, gelben, rosafarbenen Marmorstatuen dekoriert, sowie vielen anderen Antiquitäten, die hier bewundert werden können. In einem Innenraum findet man wertvolle Terrakotta-Figuren und andere Kunstwerke. Vor dem Monument befindet sich das Jardim da Estrela, ein Garten das als eins der größten und schönsten Lissabons gilt. Es besitzt eine Vielzahl an verschiedener Pflanzen, die von professionellen Gärtnern gehegt und gepflegt werden. Jeden Abend spielt eine bekannte Band vor der Kirche, was täglich unzählige Leute anzieht.

Die Kirche ist in Besitz einiger großartige Gemäde, die von bekannten Künstlern jener Zeit stammen, wie beispielsweise Pedro Alexandrino und Pompeu Botoni. Die bezaubernde Amtosphäre dieses Monuments heitert jeden Besucher auf. Die Basilika ist zu dem sehr gut erhalten und zeigt einige der ältesten barocken religiösen Kunstwerke. Man kann auch die Türme dieser Kirche besteigen von wo aus man eine unglaubliche Sicht auf Lissabon hat.

Adresse:

Basilika la Estrella, Largo da Estrela, Lissabon

Öffnugnszeiten:

Täglich geöffnet von: 8.00 bis 13.00 Uhr und 15.00 bis 20.00 Uhr.

Geschlossen am 1. Januar und 25. Dezember.

Eintrittspreise:

Eintritt frei.

 

John Only-apartments AuthorJohn

Die Basilika gehört zu den berühmtesten Monumenten Lissabons. Warum nicht appartments in Lissabon mieten, und eine der schönsten Kirchen der Stadt besichtigen?

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Heloise Battista Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Heloise Battista
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Sep 22

Wenn es einen Lieblingsort der Reisenden die nach Lissabon kommen gibt, dann ist es ohne Zweifel das Café A Brasileira in der Nähe des Chiado, im unteren Teil von Lissabon. Seine spektakuläre Jugendstil-Einrichtung, eng verbunden ist mit dem Mythos von Fernando Pessoa, dem Poeten der portugiesischen Sprache der international am bekanntesten geworden ist, kompensiert bei weitem das Getöse im Lokal während der Hauptsaison.

cafe <b>brasileira</b> pessoa

Das Café A Brasileira ist wahrscheinlich der älteste Betrieb dieses Typs in Portugal. Es folgt den Bohemien Cafés in Paris, Berlin und auch Madrid, aber mit dem sehr eigenen Charakter der Lissaboner Seele. Es entstand 1905 als Geschäft für Waren aus Übersee, spezialisiert in den Direktverkauf von brasilianischen Kaffee, eine Kaffeeart die den europäischen Geschmäckern damals unbekannt war. Sein Besitzer Adriano Telles, ein authentischer Entrepreneur, lud all jene die ein Kilo Kaffee bei ihm kauften auf eine Tasse desselben ein, die in seinem Geschäft gebrüht wurde. So wollte er seinem potenziellen Klientel die Vorteile seines Produktes präsentieren. Die geschenkte Kostprobe kann man als Vorläufer der berühmten bica sehen. Von dort an, und nach dem Vorbild der Cafés die sich in ganz Europa verbreiteten, wurde der Betrieb mit der phantastischen Art Deco Innenausstattung die wir heute kennen, wieder eröffnet.

Mit der Öffnung des Cafés als solches für das Publikum brauchte es nicht lange und es kamen die politischen und literarischen Stammtische. Die Zeitschrift Orpheu, herausgegeben von Henrique Rosa, hatte ihren Stammtisch unter den Jugendstil Spiegeln und Lampen des Café Brasileira. Außerdem fungierten seine Wände ab den zwanziger Jahren auch als Kunstgalerie. Hier wurden Bilder von den besten der Avantgarde portugiesischer bildender Kunst aufgehängt: António Soares, Eduardo Viana oder José Almaida de Negreiros. Die Besitzer behielten einige der gezeigten Stücke (zur Bezahlung der Organisation der Ausstellungen). Diese Werke wurden (scheinbar sehr gut) verkauft an einen Privatsammler zum Ende der Sechziger Jahre und die Eigentümer haben in Anbetracht eines so lukrativen Geschäfts diese Aktivität wieder aufgenommen, zur Freude der zeitgenössischen Künstler und der Gäste.

Aber wenn es eine Person gibt die stark mit diesem Ort verbunden wird, so dass sie auf der Terrasse in Form einer Bronzeskulptur in Lebensgröße verewigt wurde, dann ist das ohne Zweifel Fernando Pessoa, der große Barde der portugiesischen Literatur. Im Café A Brasileira verbrachte er seine Zeit mit Lesen und Übersetzungen, mit denen er sein Geld als „freelancer“ verdiente, frenetisch Poesie schreibend, seine bica mit viel Zucker trinkend und außerdem verbrachte er seine Zeit dort auch mit Absinth, ein möglicher Grund für seine Leberzirrhose, die ihn schließlich ins Grab brachte. Für den Poeten waren die Cafés ein unvermeidlicher Teil seines Lebens. Sie waren die Gefährten des Einzelgängers der viele Heteronyme für sich erfand; völlig unterschiedliche Persönlichkeiten, die miteinander sprachen und diskutierten. Álvaro de Campos, Ricardo Reis, Alberto Caeiro oder Bernardo Soaeres (der dem Poeten am nächsten stand) schrieben an den Tischen des Brasileira die bekanntesten Verse der portugiesischen Lyrik und als Beispiel einen Satz aus Tabacaria: “ Ich trage in mir alle Träume der Welt”. Wenn man mit einem Traum allein leben kann, dann träumte Pessoa sie alle.

Candela Vizcaíno Only-apartments AuthorCandela Vizcaíno

Diejenigen, die sich mit diesem Geist verbunden fühlen und sich jene so exquisiten Spuren vergegenwärtigen wollen, müssen nur eines der appartments in Lissabon anmieten und langsam durch die poetische und ein wenig melancholische Stadt laufen, wenn sie die “Saudade” befällt.

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Grete Tal Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Grete Tal
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Sep 19
Lissabon als Schlangenstadt
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In einem seiner Artikel für die Uruguayische Zeitung Ramas Frias beschreibt der Schriftsteller aus Samoa Albert Hanover den Geschmack, den ihm einmal die Tatsache hinterlassen hat, dass in dem Saal, in dem Alejandro Jodorowsky gerade eine brillante Konferenz gegeben hatte, die den Raum überfüllende Menge diesem folgte und jedes einzelne seiner Worte lauschte, als handle es sich um einen Guru mit göttlichem Wissen.

lissabon schlengen stadt

Er wollte direkt nach Ende des Vortrages gehen, aber eine Freundin, die nur um dieses Ereignis nicht zu verpassen eine lange Fahrt auf sich genommen hatte, schenkte ihm als Überraschung ein Buch von Jodorowsky und so hatte er keine andere Wahl, als sich mit ihr in die Schlange zu stellen, damit der Erfinder der Psychomagie es unterschreiben würde. Weil ihm die angespannte Atmosphäre dieser Vergötterung nicht gefiel, entschloss er sich im letzten Moment dazu, einen Austausch in Illusionisten-Manier zu machen, das Buch welches er gerade geschenkt bekommen hatte verschwinden zu lassen und Jodoroesky stattdessen zu fragen, ob er ihm ein anderes Buch signieren würde, das er in seiner Tasche bei sich trug. Es war ein Exemplar von Die vertikale Reise von Vila-Matas, welches den Chilenen offensichtlich überraschte, dessen kolossales Ego eines Schauspielers bis zu diesem Moment über das fast sektenhaften Bad in der akritischen Menge erheitert zu sein schien. Als dieser dann leicht desorientiert nach dem Warum fragte antwortete Hanover “für die Liebe zur Hochstapelei, um meine Biografen zu verwirren und weil Vila-Matas in seinem letzten Roman sagte, dass er als er jung war in Paris eine Dachkammer mietete, in welcher der Magier Jodorowsky gelebt hatte”.

–“der Magier Jodorowsky, eh?” antwortete jener lachend mit langsamer Selbstgefälligkeit und unterschrieb ihm das Buch mit Wohlgefallen und einem komplizenhaften Zwinkern.

Weniger als ein Jahr später wollte es der Zufall, dass die Situation sich in etwas wie einen Spiegel umdrehte als Hanover bei einer Veranstaltung Vila-Matas vorgestellt wurde und er diesen um ein Autogramm bot, nachdem er ihm die Geschichte erzählt hatte. Das Buch, was er an jenem Tag in der Tasche trug, war ein gerade erworbenes Exemplar der letzten Publikation von Jodorowsky, El Maestro y las Magas (der Meister und die Zauberinnen). Weil Vila-Matas dies nicht klar zu verstehen schien, musste Hanover ihn daran erinnern, dass in einem seiner Bücher gelernt hatte, dass das Schreiben eine Verdrängung der Persönlichkeit wäre, bei der wir uns zu jemand anderem machen könnten. Dies, auf andere Dinge angewendet, klänge ein wenig wie etwas, was auch Jodorowsky hätte sagen können.

Vielleicht war es nicht ganz zufällig, dass das Buch von Vila-Matas die Vertikale Reise war, ein merkwürdig schönes und verführerisches Buch, das Hanover in einem tragischen Stimmung lass und das eine wahnsinnige und verwandelnde Reise beschreibt, welche die Möglichkeit einer Rückkehr nach Hause ausschließt. In diesem ist der zentrale Zwischenstopp Lissabon, eine Stadt die sich unvergesslich mit den Worten präsentiert: „manchmal habe ich das Gefühl, dass aus dem was ich geschrieben habe etwas auftaucht, so wie eine Schlange aus ihrer Haut fährt… Und ich glaube über die Stadt Lissabon kann man etwas Ähnliches sagen, labyrinthisch, mit Aussichtspunkten die erschöpfende Blicke bieten und mit der ewigen leeren Wahrheit ihres Himmels, traurig und fesselnd wie nichts sonst. Lissabon ist anmutig in ihrem Schlängeln, eine Stadt die manchmal wie eine Schlange aus ihrer Haut zu schlüpfen scheint und den Besucher gefangen nimmt…“

Paul Oilzum Only-apartments AuthorPaul Oilzum

Es gibt also wenig attraktivere Lektüren, denen man sich hingeben kann wenn man appartments in Lissabon mietet. Wenige, die besser das Ambiente dieser unvergleichlichen Stadt einfangen und uns einladen, den Aufenthalt unendlich zu verlängern oder von dort aus den Sprung auf die andere Seite der Dinge zu machen.

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Grete Tal Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Grete Tal
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