Das Museum für Zeitgenössische Kunst Chiado in Lissabon stellt bis zum 5. Oktober „Portugiesische Kunst des 20. Jahrhunderts (1910-1960) aus. In dieser Ausstellung, die von Adelaida Ginga kuratiert wurde, sticht das Werk von jenen Künstlern hervor, die die portugiesische Avantgarde darstellten und ist Teil einer Ausstellugnstrilogie, die das Museum organisiert hat, um seinen 100jährigen Geburtstag zu feiern.

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts hat Portugal die Träume der republikanischen Freiheit und der Revolution als eine nahe Zukunft erlebt, bis zu dem Punkt, dass ab diesen Utopien interessante künstlerische Avantgarden entstanden sind, die den politischen Prozess dynamisiert haben, der sich mit der Diktatur von Antonio de Oliveira Salazar 1926 eine Etappe der Freiheit beschließt.
In den 40er Jahren führte diese Freiheitsberaubung zur Rebellion und zu sozialen Protesten, und damit einhergehend auch die Unterdrückung von gegnerischen politischen Bewegungen, den Gewerkschaften und den Intellektuellen. Diese Situation hat die Künstler aufgerüttelt, die mittels ihrer Arbeit jenem politischen Moment Ausdruck verliehen.
Unter den ausgestellten Werken befindet sich die von Amadeo de Sousa Cardoso. Obwohl Cardoso 1918 an der Spanischen Grippe starb, war er einer der Hauptpromotoren der Avantgarde und der portugiesischen Moderne. Sein fantastisches Werk nimmt Elemente des Expressionismus, sowie des Impressionismus und des Kubismus; weigert sich aber gleichzeitig sich auch einer bestimmten Bewegung anzuschließen. Gegen Ende seines Lebens experimentierte er mit der Abstraktion, so wie neuen Repräsentationsformen, wie Collagen und Werke auf unkonventionellen Medien.
Das Werk „Revolte der Puppen“, von Eduardo Viana ist eine der repräsentativsten Gemälde des portugiesischen Postimpressionismus und weist einen starken Einfluss von Robert Delaunay auf Viana auf, der sich aus der Freundschaft beider Künstler ergab. Viana, neben Sousa Cardoso und Negreiros Almada markieren den Beginn der modernen Malerei in Portugal.
Der herausragendste Expressionist Portugals, Mario Eloy ist ebenfalls mit „Selbstporträt“ vertreten. Sein Stil wurde von Picasso und Carl Hofer beeinflusst. Gegen Ende seiner Laufbahn aber führt er mit seinem Werk „Begräbnis“ den Surrealismus in die portugiesische Malerei ein.
Unter den Werken jüngerer Künstler befinden sich „Gadanheiro“ von Julio Pomar, Vertreter des portugiesischen Neorealismus der 40er und 50er Jahre. Sowie die Skulpturen „Adam und Eva“ von Ernesto Canto de Maia, und das Ölgemälde „Vegetarisches Fleisch“ von Marcelino Vespeira.
Auch der moderne Blick der Fotografie konnte in dieser Ausstellung über zeitgenössische Kunst nicht fehln, und nichts Besseres als das Werk von Fernando Lemos, der mit seiner arbeit „Eus“ das Leben im Untergrund während der Diktaturzeit von Antonio de Oliveira Salazar porträtiert.
Mehr Information unter: http://www.museudochiado-ipmuseus.pt/en/node/1058
Nancy Guzman
Keine bessere Gelegenheit als diese, um mehr über die Kunstgeschichte und Geschichte Portugals zu erfahren, wie diese Ausstellung. Wenn du einige Tage in appartments in Lissabon mietest, dann solltest du auf keinen Fall die größten Werke Portugals verpassen.
Übersetzt: Heloise Battista
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Candela Vizcaíno
Übersetzt: Grete Tal
Paul Oilzum
Alexa Ray

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Übersetzt: Heloise Battista


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